der einzige Tag in der Woche, naja vielleicht der Samstag manchmal noch, wo sie theoretisch ausschlafen hätte können. Wenn da nicht in hübscher Regelmäßigkeit so gegen 9,00 Uhr das Klopfen an ihre Zimmertür mit anschliessender Türöffnung, Vorhangaufziehen und dem Hinweis auf das nun folgende sonntägliche Frühstück gekommen wäre. "Neeeeein, nicht schon wieder! Hätte gerne noch etwas geschlafen, nachdem ich heute bis spät in die Nacht Kopfhörer auf den Ohren hatte und in eine andere Welt, in die der mitreissenden Musik getaucht war und selbst auf der Bühne agierte."
Tja, da war leider nichts zu machen. Wenn die Tür mal auf war, dann gabs kein Entrinnen, auch bei Weiterdösen kamen dann die lautstarken Erinnerungen, daß das Frühstück bereits in Arbeit ist und der Kaffee läuft. Naja immerhin, irgendwie wars ja, wenn sie erstmal aus den Federn war, auch schön mit der Familie gemeinsam zu frühstücken. Meistens jedenfalls.
Nach dem Früstück und dem Abwasch in der Küche ging Mona in ihr Zimmer und schaute ihre neuesten Bucherrungenschaften an:
"Transzendentale Meditation" hiess der Titel eines Buches. Mmh, klingt ja interessant, mal sehen, was das wird.
Lesen gelernt hatte sie ganz plötzlich bei einer Kinderverschickung, früher machte man das so. Jedenfalls, aufmal klappte es mit dem Lesen und von da an wurde sie "Kunde" in der städtischen Bücherei und verschlang alles, was diese so hergab für das Mädchen- und später Teeniealter. Mona tauchte in die Bücher ein, vergaß alles um sich herum und stieg sozusagen in das jeweilige Buch ein. Ihre Phantasie war mehr als rege, sie konnte sich das alles so gut vorstellen, daß sie oft selbst der oder die Protagonist/in der Geschichten wurde. Mona nahm immer gleich 5-6 Bücher mit, was sie eben so tragen konnte und war untröstlich, wenn ein Folgebuch einer Reihe - also Hanni und Nanni oder die Kinder von Bullerbü und so was in der Art gerade ausgeliehen war.
Am stärksten bewegt hat sie allerdings der arabische Vollbluthengst Sheitan, der auf einem havarierten in Seenot geratenen Schiff einem Jungen im Teenageralter das Leben rettete auf eine einsame Insel, auf der sie beide dann Monate alleine lebten und der Junge größer und erwachsen wurde beim Überleben auf dieser Insel bis die beiden dann gefunden und zurückbefördert wurden.